{"id":1835,"date":"2014-01-29T17:42:26","date_gmt":"2014-01-29T17:42:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bondvigilantes.com\/deutsch\/?p=1835"},"modified":"2025-03-10T08:35:01","modified_gmt":"2025-03-10T08:35:01","slug":"das-verhaltnis-von-investitionen-zum-bip-steigt-in-china-auf-insgesamt-nicht-mehr-tragbare-544-prozent-es-besteht-grund-zur-sorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/2014\/01\/das-verhaltnis-von-investitionen-zum-bip-steigt-in-china-auf-insgesamt-nicht-mehr-tragbare-544-prozent-es-besteht-grund-zur-sorge\/","title":{"rendered":"Das Verh\u00e4ltnis von Investitionen zum BIP steigt in China auf insgesamt nicht mehr tragbare 54,4 Prozent. Es besteht Grund zur Sorge."},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"font-size: 1.2em !important;font-style: italic;margin: 25px 25px 0 25px\">Es begab sich zu der Zeit, da waren die f\u00fchrenden K\u00f6pfe in den westlichen Industriestaaten beeindruckt, aber auch eingesch\u00fcchtert angesichts der au\u00dferordentlich hohen Wachstumsraten, die eine Reihe \u00f6stlicher Volkswirtschaften vorlegten. Diese Volkswirtschaften waren zwar immer noch wesentlich \u00e4rmer und auch kleiner als die der westlichen Industrienationen. Das Tempo, mit dem sich diese Staaten aber von landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Gesellschaftsstrukturen zu industriellen Wachstumsmotoren gewandelt hatten, zog nicht nur die Dominanz der westlichen Wirtschaftsm\u00e4chte in Zweifel, sondern warf auch ein fragw\u00fcrdiges Licht auf die westliche Ideologie. Gleiches galt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Tatsache, dass diese aufstrebenden Volkswirtschaften regelm\u00e4\u00dfig Wachstumsraten vorlegen konnten, die um ein Vielfaches h\u00f6her waren als die der Industriestaaten. Gleichzeitig konnten diese Staaten in einigen Segmenten zunehmend auch mit den Technologien der Amerikaner und Europ\u00e4er Schritt halten oder diese sogar \u00fcbertreffen. Allerdings teilten die politischen F\u00fchrer dieser Staaten nicht das Vertrauen, das wir in freie M\u00e4rkte und uneingeschr\u00e4nkte pers\u00f6nliche Freiheit setzen. Vielmehr verwiesen sie mit wachsendem Selbstbewusstsein auf die \u00dcberlegenheit ihres politischen Systems. Ihrer Auffassung nach leistet eine Bev\u00f6lkerung, die eine starke und teilweise sogar autorit\u00e4re Regierung akzeptiert, und gleichzeitig bereit ist, im Sinne des Allgemeinwohls Einschr\u00e4nkungen ihrer pers\u00f6nlichen Freiheit hinzunehmen, ihren Beitrag zur Entwicklung der entsprechenden Wirtschaft. Denn schlie\u00dflich werden dabei kurzfristige Konsuminteressen zugunsten eines langfristigen Wachstums geopfert, mit dem man der westlichen Welt, in der immer chaotischere Zust\u00e4nde herrschen, letztlich den Rang ablaufen wird. Und eine wachsende Minderheit westlicher Intellektueller schloss sich dieser Einsch\u00e4tzung an.<\/p>\n<p style=\"font-size: 1.2em !important;font-style: italic\">Die konjunkturelle Kluft zwischen den westlichen Industriestaaten und dem Osten hat sich zuletzt zu einem immer mehr auch politisch bestimmten Thema entwickelt. So eroberten die Demokraten unter der F\u00fchrung eines jungen, dynamischen neuen Pr\u00e4sidenten das Wei\u00dfe Haus zur\u00fcck. Dieser Pr\u00e4sident versprach, \u201edas Land wieder auf Touren zu bringen\u201c \u2013 eine Aussage, die f\u00fcr ihn und seine engsten Berater bedeutete, das amerikanische Wirtschaftswachstum wieder soweit anzukurbeln, dass es mit den \u00f6stlichen Volkswirtschaften mithalten kann<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mit diesem Auszug beginnt der \u00e4u\u00dferst lesenswerte und richtungsweisende Aufsatz \u201eDer Mythos des asiatischen Wunders\u201c, der 1994 erschien. Darin wird auf die fr\u00fchen 1960er Jahre Bezug genommen, und der dynamische Pr\u00e4sident war John F. Kennedy (in Anspielung an Bill Clinton seinerzeit). Bei den rasant wachsenden \u00f6stlichen Volkswirtschaften handelte es sich um die Sowjetunion sowie ihre Satellitenstaaten (also Ostasien). Autor Paul Krugman nahm die damals vorherrschende Asien-Euphorie zum Anlass, um beunruhigende Parallelen zu ziehen zwischen der nicht nachhaltigen Art und Weise, mit der die asiatischen Tiger-Staaten ihre \u00fcberdimensionalen Wachstumsraten erwirtschafteten, und der Strategie, mit welcher die inzwischen nicht mehr existente Sowjetunion seinerzeit ebenfalls wunderliche Wachstumsraten vorgelegt hatte. Damals zog dieses Papier von Krugman gro\u00dfe Aufmerksamkeit auf sich (die nach der Asien-Krise des Jahres 1997 sogar noch zunahm) und f\u00fchrte dazu, dass man sich wieder verst\u00e4rkt auf das Konzept der Produktivit\u00e4t konzentrierte. So z\u00e4hlten nicht nur die Wachstumsraten, sondern auch wie diese letztlich erzielt wurden.<\/p>\n<p>Um dieses Modell zu erl\u00e4utern und kurz zusammenzufassen, sollte man sich zun\u00e4chst einmal vor Augen f\u00fchren, wodurch das Wirtschaftswachstum tats\u00e4chlich bestimmt wird. Wachstumsanalysen belegen, dass das Wachstum des Pro-Kopf-BIP in erster Linie auf zwei Faktoren beruht: dem Input und der Effizienz. Der \u201eInput\u201c wiederum l\u00e4sst sich in die Komponenten \u201eArbeitskraft\u201c (z.B. ein steigender Besch\u00e4ftigungsgrad) und \u201eKapital\u201c (z.B. die Gesamtheit des physischen Produktionskapitals wie etwa Maschinen und Geb\u00e4ude) unterteilen. Auf lange Sicht aber ist ein wirklich nachhaltiges Wirtschaftswachstum pro Kopf nicht auf einen h\u00f6heren Input, sondern auf Effizienzsteigerungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die wiederum haupts\u00e4chlich auf technologischem Fortschritt basieren. Auch Nobelpreistr\u00e4ger Robert Solow zeigte in seinem wegweisenden Papier von 1956, dass der technologische Fortschritt zwischen 1909 und 1949 f\u00fcr 80 Prozent des US-Pro-Kopf-Wachstums verantwortlich war. Aktuellere Studien gehen von einem (immer noch betr\u00e4chtlichen) Anteil von 45 bis 55 Prozent aus.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bezog sich Krugman auch auf fr\u00fchere Untersuchungen, die belegten, dass dem rasanten Wachstum der Sowjetunion keine Effizienzsteigerungen zugrunde lagen. Vielmehr war die Wirtschaft der UDSSR sogar deutlich ineffizienter als die der USA, und es gab auch keine Anzeichen daf\u00fcr, dass sich diese L\u00fccke schlie\u00dfen w\u00fcrde. Stattdessen fu\u00dfte das sowjetische Wachstum ausschlie\u00dflich auf dem \u201eInput\u201c, und bei einem derartigen Wachstum nehmen die Ertr\u00e4ge irgendwann ab (so kann man beispielsweise nicht unendlich viele Arbeitskr\u00e4fte ausbilden). Das Wachstum der UDSSR basierte also \u201eeher auf Transpiration als auf Inspiration\u201c.<\/p>\n<p>Auf \u00e4hnliche Art und Weise beruhte das rasante Wachstum der asiatischen Tiger-Staaten in erster Linie auf deren F\u00e4higkeit, ihre Ressourcen zu mobilisieren. Gleichzeitig wurde es verpasst, die Effizienz wesentlich zu steigern, und deshalb kann von einem \u201eWunder\u201c auch keine Rede sein. Vielmehr l\u00e4sst sich dieser Aufschwung allein damit erkl\u00e4ren, dass der Anteil der Besch\u00e4ftigten an der Gesamtbev\u00f6lkerung rasant angestiegen ist. Au\u00dferdem hat sich auch das Bildungsniveau deutlich verbessert, w\u00e4hrend parallel dazu in hohem Ma\u00dfe in physisches Produktionskapital investiert wurde (so ist beispielsweise in Singapur der Anteil der Investitionen an der gesamten Wirtschaftsleistung von 11 Prozent vor\u00fcbergehend auf \u00fcber 40 Prozent nach oben geklettert). Dabei handelte es sich jedoch um einmalige Effekte, die sich nicht wiederholen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Nun aber zum China des 21. Jahrhunderts<\/p>\n<p>Man geht allgemein davon aus, dass das rasante Wachstum Chinas seit jeher von hohen Investitionen abh\u00e4ngig ist, doch das ist nicht der Fall. Zweifellos waren die Investitionen (bzw. die Kapitalbildung) stets ein bedeutsamer Faktor, doch bis 2008 verzeichnete China dank des aufstrebenden Privatsektors sowie des technologischen Fortschritts gleichzeitig auch betr\u00e4chtliche Produktivit\u00e4tssteigerungen, weil sich die Wirtschaft dieses Landes allm\u00e4hlich zu \u00f6ffnen begann.<\/p>\n<p>In der nachfolgenden Grafik habe ich einmal untersucht, wie hoch der Anteil ist, den die Investitionen in den weltweit gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften am BIP repr\u00e4sentieren und in welchem Verh\u00e4ltnis dieser Anteil in den jeweiligen Staaten zum Wachstum des Pro-Kopf-BIP steht. L\u00e4nder mit h\u00f6heren Investitionsraten weisen n\u00e4mlich tendenziell auch ein h\u00f6heres BIP-Wachstum auf \u2013 und umgekehrt. Mit diesem Ergebnis, das die obige Argumentation st\u00fctzt, war zu rechnen. So haben die meisten (wenn auch nicht alle) Schwellenl\u00e4nder mit h\u00f6heren Investitionsraten auch ein h\u00f6heres Wachstum seit den 1990er Jahren verzeichnet und finden sich in der rechten oberen H\u00e4lfte des Graphs wieder, w\u00e4hrend die am weitesten entwickelten Volkswirtschaften \u00fcblicherweise eher links unten zu finden waren, wo die Investitionsraten und auch das Wachstum niedriger sind. Das eine Extrem ist China auf der einen Seite, wo die Investitionen durchschnittlich \u00fcber 40 Prozent des BIP repr\u00e4sentieren, w\u00e4hrend das Wachstum des Pro-Kopf-BIP im Durchschnitt sensationelle 9,5 Prozent betrug. Der Umstand, dass das chinesische Wachstum im Rahmen der Grafik deutlich \u00fcber der Trendlinie liegt, spricht f\u00fcr die Produktivit\u00e4tssteigerungen, die China in diesem Zeitraum insgesamt erzielt hat. Das Land mit der niedrigsten Investitionsrate ist \u00fcbrigens Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/12\/Slide1.png\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1839\" src=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/12\/Slide1.png\" alt=\"Slide1\" width=\"960\" height=\"720\" \/><\/a><\/p>\n<p>China zeigt sich seit 2008 aber von einer ganz anderen Seite. So scheint die Produktivit\u00e4t dort ebenso zu sinken wie die Effizienz, w\u00e4hrend das BIP-Wachstum in zunehmendem (und bedrohlichem Ma\u00dfe) vom \u201eInput\u201c abh\u00e4ngig ist \u2013 also von immer h\u00f6heren Investitionen. Wir haben alle mitbekommen, dass sich die politische F\u00fchrung Chinas ein nachhaltigeres Wachstumsmodell w\u00fcnscht und die investitions- und exportabh\u00e4ngige chinesische Wirtschaft deshalb gerne st\u00e4rker auf die Binnennachfrage und die Konsumausgaben ausrichten w\u00fcrde (siehe dazu auch den <a href=\"http:\/\/www.chinadaily.com.cn\/bizchina\/2010-10\/27\/content_11463985.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">12. 5-Jahresplan von 2011 bis 2015<\/a> oder die Ergebnisse des <a href=\"http:\/\/blogs.wsj.com\/chinarealtime\/2021\/12\/18\/was-chinas-plenum-a-fast-break-to-reform-or-just-a-head-fake\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dritten Plenums<\/a>). In der Praxis zeigte man sich bisher aber weder in der Lage noch dazu bereit, wirklich grundlegende Reformen umzusetzen. So reagiert man auf jeden R\u00fcckgang des Wirtschaftswachstums mit zus\u00e4tzlichen staatlichen \u00dcberinvestitionen. (Jim hat erst k\u00fcrzlich in einem Blog-Beitrag \u00fcber die Einsch\u00e4tzung des Volkswirts Michael Pettis berichtet, wonach das <a href=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/2021\/12\/23\/die-china-prognose-von-professor-michael-pettis-ein-reales-wachstum-von-durchschnittlich-3-bis-4-prozent-im-nachsten-jahrzehnt-und-das-ware-schon-ein-gutes-ergebnis\/?noredirect=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">langfristige Wachstum Chinas auf 3 bis 4 Prozent sinken k\u00f6nnte<\/a> \u2013 eine Auffassung, der ich sehr viel Sympathie entgegenbringe. Bitte <a href=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/2021\/12\/05\/falls-die-chinesische-wirtschaft-einer-neuausrichtung-unterzogen-wird-und-das-wachstum-nachlasst-was-zweifellos-geschehen-muss-wer-schaut-dann-dumm-aus-der-wasche\/?noredirect=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">lesen Sie auch \u201eFalls die chinesische Wirtschaft einer Neuausrichtung unterzogen wird und das Wachstum nachl\u00e4sst \u2013 was zweifellos geschehen muss \u2013 wer schaut dann dumm aus der W\u00e4sche?\u201c Darin werden die m\u00f6glichen Auswirkungen eines Konjunkturabschwungs in China detailliert analysiert.<\/a>)<\/p>\n<p>Zu Beginn dieser Woche wurde weitl\u00e4ufig berichtet, dass das chinesische BIP-Wachstum 2013 auf ein 13-Jahrestief von 7,7 Prozent gesunken ist. Dieser Abschwung scheint sich in Form eines schwachen Einkaufsmanagerindex, der gestern ver\u00f6ffentlicht wurde, auch 2014 fortzusetzen. Wesentlich alarmierender ist jedoch der Umstand, wie sich die Struktur des chinesischen Wachstums ver\u00e4ndert hat. So ist der Anteil der Investitionen am BIP Chinas von 48 Prozent aus dem letzten Jahr auf nunmehr \u00fcber 54 Prozent nach oben geklettert \u2013 der deutlichste Anstieg seit 1993.<\/p>\n<p>In der nachfolgenden Grafik werden die Probleme Chinas im Zusammenhang betrachtet. Wie bereits erl\u00e4utert, gibt es eine enge Korrelation zwischen den Investitionsraten und dem BIP-Wachstum einzelner Staaten. Au\u00dferdem scheint auch langfristig eine angemessene Korrelation zwischen der Investitionsrate und dem BIP-Wachstum einzelner L\u00e4nder zu bestehen (ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die Entwicklung Japans zwischen 1971 und 2011, <a href=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/12\/11.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\">auf die in diesem Blog bereits eingegangen wurde<\/a>). Auf lange Sicht sollte sich ein Land deshalb im Allgemeinen zwischen dem unteren linken und dem oberen rechten Segment der Grafik bewegen. Die exakte Positionierung innerhalb dieses Schaubilds ist vom Wirtschaftsmodell und dem konjunkturellen Entwicklungsstadium eines Landes sowie seiner Position innerhalb des Unternehmenszyklus abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Falls die Investitionsrate eines Landes mehrere Jahre hintereinander ansteigt, w\u00e4hrend das BIP-Wachstum gleichzeitig kaum oder \u00fcberhaupt nicht zulegt (d.h. die entsprechende Zeitreihe w\u00fcrde in der nachfolgenden Grafik als eine horizontale Linie erscheinen), sollte dies Anlass zur Sorge geben. Dies deutet dann n\u00e4mlich darauf hin, dass die Investitionen nicht produktiv sind. Und falls sich parallel dazu auch noch eine Kreditblase bildet (was h\u00e4ufig der Fall ist), dann stellt dies eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr den Bankensektor dar (solche Entwicklungen waren bis 2008 z.B. in Irland und Kroatien zu beobachten, seit 1997 auch in Indonesien).<\/p>\n<p>Noch besorgniserregender aber ist ein Anstieg der Investitionen bei einem gleichzeitigen R\u00fcckgang des BIP-Wachstums. Und genau damit haben wir es derzeit in China zu tun, wie der rote Pfeil in der Grafik zeigt.<\/p>\n<p>Dieser R\u00fcckgang des chinesischen Wachstums l\u00e4sst sich wohl auch mit der r\u00fcckl\u00e4ufigen Arbeitsproduktivit\u00e4t erkl\u00e4ren. So geht die Expertenkommission des Conference Board davon aus, dass sich das Wachstum der Arbeitsproduktivit\u00e4t von 8,8 Prozent aus dem Jahr 2011 auf 7,4 Prozent in 2012 und auf 7,1 Prozent in 2013 abgeschw\u00e4cht hat. Dies k\u00f6nnte darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass die Landflucht der Bev\u00f6lkerung in die St\u00e4dte allm\u00e4hlich nachl\u00e4sst, so dass immer weniger Arbeitskr\u00e4fte aus der produktivit\u00e4tsschwachen Landwirtschaft in das produktivere produzierende Gewerbe wechseln. Das aber w\u00fcrde bedeuten, dass sich China mittlerweile bereits an dem von Lewis beschriebenen Wendepunkt befindet (mehr dazu finden Sie unter China \u2013 langfristig wesentlich schw\u00e4chere Aussichten f\u00fcr das Wirtschaftswachstum, Seiten 4 ff. unserer Publikation \u201ePanoramic\u201c aus dem Juli 2012).<\/p>\n<p>Die einleuchtendste Erkl\u00e4rung f\u00fcr die steigenden Investitionen Chinas in Verbindung mit einem schw\u00e4cheren Wachstum ist aber wohl die, dass China derzeit mit einem betr\u00e4chtlichen R\u00fcckgang der Kapitaleffizienz zu k\u00e4mpfen hat. Zu den wenigen Staaten, die den Schritt aus dem oberen linken Segment der Grafik in das Segment unten rechts getan haben, z\u00e4hlen die Sowjetunion (1973-1989), Spanien (1997-2007), S\u00fcdkorea (1986-1996), Thailand (1988-1996) und Island (2004-2006). Nat\u00fcrlich haben diese Investitionsblasen letztlich kein gutes Ende genommen. Angesichts einer sinkenden Arbeitsproduktivit\u00e4t versucht China derzeit, sein unnachhaltig hohes BIP-Wachstum beizubehalten, indem es eine immer gr\u00f6\u00dfere Kredit- und Investitionsblase befeuert. Und wie erkl\u00e4rte der IWF in seinem Bericht zur globalen Finanzstabilit\u00e4t aus dem Oktober 2013 kurz und knapp: \u201eDie Eind\u00e4mmung der Risiken des chinesischen Finanzsystems ist ebenso wichtig wie schwierig.\u201c Die Wirtschaft Chinas ger\u00e4t zunehmend in Schieflage, und ein b\u00f6ses Ende scheint fast unvermeidlich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/12\/Slide2.png\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1840\" src=\"https:\/\/bondvigilantes.com\/deutsch\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2021\/12\/Slide2.png\" alt=\"Slide2\" width=\"960\" height=\"720\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es begab sich zu der Zeit, da waren die f\u00fchrenden K\u00f6pfe in den westlichen Industriestaaten beeindruckt, aber auch eingesch\u00fcchtert angesichts der au\u00dferordentlich hohen Wachstumsraten, die eine Reihe \u00f6stlicher Volkswirtschaften vorlegten. 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